Imm Cologne 2017: Licht-Trends von Köln

Imm Cologne 2017: Licht-Trends von Köln

Natürlich haben wir auf der Imm Cologne 2017 als passionierte Licht-Fans auch Ausschau nach den Licht-Trends der Leuchtendesigner und Hersteller gehalten. Und was sollen wir sagen? Es waren erstaunlicher Weise doch einige präsent. Darunter auch Designikonen wie Louis Poulsen, aber auch Newcomer wie Neo/Craft oder Schneid.

Generell fiel auf, dass viele Hersteller auf der Imm Cologne einen Fokus auf qualitativ hochwertige Handwerkskunst „made in Europe“ legten, wie z. B. der Jungdesigner Niklas Jessen von Schneid, aber auch Neo/Craft, Delightfull oder die Designer von Ebb & Flow und Less`n`more. Es waren auch viele dänische Labels unter den Leuchtenherstellern.

Das Label „Umage“ zeigte ebenfalls einige Neuheiten auf der Imm Cologne 2017.

Highlights aus ihrer Kollektion waren die Leuchten „Acorn“, die sie bereits im letzten Jahr präsentierten, jetzt aber in schwarz und weiß und mit verschiedenen und metallischen Finishes. Außerdem die Leuchte „Sine“, eine Filzoptik-Leuchte, die mit ihrer ungewöhnlichen Form auffällt. Über einen integrierten Reißverschluss kann das Leuchtmittel getauscht werden und das sehr diffuse Licht der Leuchte schafft ein unvergleichlich wohliges Ambiente.

Ein Update des Designs „Silvia“ ist uns auch gleich aufgefallen: mit Seifenblasenfarben zelebrierte sich die Leuchte in einer Ecke des Umage-Messestands selbst. Ein absoluter Eyecatcher. Die kleine schwarze Tischleuchte „Shade“ hat Kultcharakter. Mit einem verstellbaren „Hütchen“ ebenfalls in Filzoptik, kann das Licht des Leuchtmittels gelenkt und variiert werden.

Bei „Le Klint“ fiel der Blick sofort auf das außergewöhnliche Design von Markus Johannson.

Die Leuchtenserie „Carronade“ überzeugt durch ihr schlichtes gefälliges Retrodesign kombiniert mit LED-Technik und Funktionalität. Für uns nicht verwunderlich, dass die Leuchtenserie auch als bestes Lichtdesign bei den Danish Design Awards 2016 nominiert wurde. Auf der Messe haben die Leuchten die Besucher regelrecht auf den Stand gezogen.

Aber auch die geometrischen Papier-Faltleuchten mit LED Technik in diversen Farbkonstellationen haben nach wie vor Potential. In der Vergangenheit hat Le Klint durch diese Serie erst richtig auf sich aufmerksam gemacht.


Die Glasleuchten von Ebb & Flow faszinierten uns durch die hohe Verarbeitungsqualität.

Vor allem die vielen Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen Textilkabel, Fassungsoberflächen, Glasfarben und Muster, machen die Leuchtenserien besonders attraktiv für individuelle Ansprüche.

Witzig fanden wir die neuen Tischleuchten „Speak up“, „Glow in a dome“ und „Lean on me“, eine Tischleuchte, die gleichzeitig Buchstütze ist. Die Kristall-Optiken der Serie „Crystal“ erinnern an Sektschalen, Weingläser und Cognacschwenker aus Empire-Zeiten und passen perfekt in Einrichtungen im Vintage-Stil.

Ein Highlight der Imm Cologne 2017 in Sachen Beleuchtung war für uns der Stand von dem portugiesischen Label Delightfull.

Mit ihrem klaren Bekenntnis zu hochwertigen Retroleuchten stachen sie vielen Fachbesuchern ins Auge. Gold als neue Oberflächenfarbe war bei ihnen ja bereits letztes Jahr auf der Light+Building Messe in Frankfurt Status quo.

Daher hatten sie dieses Jahr den Fokus auf die in Deutschland sehr begehrten großen „Graphics“ gelegt. Diese überdimensionalen Buchstaben und Zahlen können in unterschiedlichsten Farbkombinationen und in zwei Größenvarianten mit LED-Technik oder Standardfassungen geordert werden und setzen Bars, Restaurants, Läden und trendige Geschäfte gekonnt in Szene.

Auch der italienische Designer „Martinelli Luce“ war mit seine Lichtdesigns vertreten.

Er zeigte nahezu alle seine Kreationen aus nun mehr über 50 Jahren Unternehmensgeschichte. Italienisches Leuchtendesign verbinden viele Kenner mit einem hohen Qualitätsanspruch, hochwertigen Materialien und außergewöhnlichen Produktlösungen. So auch bei Martinelli Luce. Eigenwillig zeigte sich die „Pipistrello“ von Gae Aulenti aus dem Jahr 1965. Aus demselben Jahr stammt auch die Leuchte „Serpente Gold“ von Elio Martinelli, aus Gold und hochwertigem Opalglas. Sie wurde, ebenso wie die „Pipistrello“ anlässlich des 50-jährigen Bestehen mit aktueller LED-Technik neu aufgelegt.

Eine Tischleuchte, die uns besonders gut gefiel war die „Cobra“ in schwarz und weiß, ebenfalls aus den späten 60er Jahren. Der Fuß wurde so gestaltet, dass der Schirm bis 360° geschwenkt werden kann und die Leuchte immer wieder neue Optik bekommt. Nun auch mit LED-Technik erhältlich. Zu den Retrodesigns zeigte Martinelli Luce aber auch die modernen Designs von Emiliana Martinelli, wie „Ciulifruli“ , „Maggiolone“ und „Lunaop“ sowie vielen weiteren namenhaften Designern, die mit Martinelli Luce bereits zusammengearbeitet haben. Darunter waren zum Beispiel die Tischleuchte „Cyborg“ von Karim Rahid aus dem Jahr 2015 und die „Fluida“ vom Design Studio Natural aus dem Jahr 2013. Diese erhielt auch eine Erwähnung beim Designaward compasso d`oro 2016.

Unter den deutschen Designern fielen uns Less´n´more aus Köln auf, die mit ihren eigenwilligen und witzigen Leuchten-Möbel-Kreationen viele Besucher anzogen.

Egal ob Regal mit integrierter Leseleuchte, oder Stehleuchte mit integriertem Bücherregal – die modernen Leseleuchten mit ihren leicht retroangehauchten Möbelstücken in Kombination fanden auch wir zum Schmunzeln. Dazu die witzigen und treffenden Artikelnamen, wie z. B. „Wattson“, für eine Wandregalleuchte mit Geheimfach.

Genial. Designer und Geschäftsführer Kai Steffens folgt stets seiner Intuition. Das Ergebnis sind lösungsorientierte Designs, mit innovativer Technik und in liebevoller Qualitätsarbeit gefertigt. Design, das nicht non-konform, aber höchst funktional ist – das ist der Leitgedanke bei Less´n´more.

Neo/Craft waren mit ihren Möbel- und Leuchtenentwürfen auf der Imm Cologne 2017 vertreten.

Die Faszination die die Leuchte „Iris“ bereits 2016 bei uns auslöste, wurde auch dieses Mal wieder auf der Kölner Messe gezeigt. Es ist eine unglaublich schöne seifenblasenartige Leuchte mit aktueller sehr flacher LED-Technik.

Die Pendelleuchte „Diamond“ mit ihren klaren Linien und der hexagonal geometrischen Form wurde auch wieder auf dem Stand präsentiert, allerdings mit ein paar Änderungen. Die Leuchte aus pulverbeschichtetem Aluminium wurde mit einem neuen Baldachin ebenfalls in hexagonaler Form ausgestattet. So lassen sich auch Gruppen der Diamond formschön in Szene setzen. Mittlerweile ist die Leuchte in 14 Farben erhältlich.

Die Vorliebe für geometrische Formen zieht sich durch das komplette Sortiment von Designer Sebastian Scherer: Tischbeine in dreieckiger Grundkonstruktion, Tische in Rauten- und Hexagonaloptik, Uhren in Vieleckform und Hocker mit viereckiger Sitzfläche und dreieckigen Stuhlbeinen.

Ambitioniert und facettenreich fanden wir auch die Leuchten von Newcomer Schneid.

Sie schaffen ästhetische Leuchten und Möbel, die einen hohen Anspruch an Ökologie, Lokalität und Fairness gegenüber unseren Mitmenschen und der Umwelt besitzen. Mit viel Gespür für Form und Material entwickeln sie intelligente, innovative und ökologisch nachhaltige Designs. Schneid steht schon aufgrund ihrer Heimatstadt Lübeck für einen eher skandinavischen Denkansatz. „Zappy“ war einer der ersten Leuchtenentwürfe. Eine bekannte Zapfenform würde man nun denken, jedoch gehen die Designer mit ihrem Entwurf weiter und richten die hölzernen Einzelpaneele nicht nur abwärts sondern im gleichen Produkt auch aufwärts, was ihr eine andere Optik verleiht und das Licht mehr durchscheinen lässt.

Eikon dagegen besticht durch ihren raffinierten inneren Aufbau. Der metallische Lampenschirm (oder auch Silikonlampenschirm) wird durch simple Magnete am hölzernen Fassungsteil gehalten. Ein Austausch auf eine andere Farbe oder Form ist also einfacher als je zuvor.

Die neue Leuchte „Kaskad“ begeistert durch ihren wie Kaskaden fallenden Wellen. Hier wurde eine Leuchte aus Porzellan gefertigt. Trotz des augenscheinlich schweren Materials wirkt sie aber durch die soften matten Farben sehr leicht und wie in Bewegung. Uns gefiel auch die unkonventionelle Aufhängungslösung. Anstatt Außen über ein Schraubgewinde, wurde im Inneren des Schirms ein Plateau aus Holz angebracht, durch welches Kabel und Schirm zusammengeführt werden. Dadurch verstärkt sich der Kaskadeneffekt, da es nun so aussieht als sprudelten die Wellen aus einer Quelle.

Louis Poulsen präsentierte dem Publikum auf der Kölner Messe auch wieder zwei Neuheiten.

Gleich mehrfach hing die neue Pendelleuchte „Above“ des dänischen Designers Mads Odgård über dem Messestand des Designunternehmens Louis Poulsen. Ihre Silhouette bildet optisch zunächst eine Art Dreieck und besitzt nach oben hin eine bogenförmige Öffnung, durch die das Kabel nach oben führt. Das offene Oberteil gab der Leuchte ihren Namen und verdeckt geschickt die Lichtquelle und verleiht der Pendelleuchte einen raffinierten Aspekt.


Die ursprüngliche Tischleuchte VL38 von Vilhelm Lauritzen wurde neu aufgelegt und passend zum derzeitigen Retrotrend um eine Steh- und Wandleuchte mit aktueller LED-Technik ergänzt. Das schlichte und funktionelle Design erinnert uns an die Njp Tischleuchte von der Light+Building, die uns auch sehr gefallen hat. Die VL38 wird zweifelsohne mit ihrem originellem Design ein weiterer Klassiker im Produktportfolio von dem dänischen Unternehmen werden.

Als internationale Möbelmesse bot also auch die Imm Cologne 2017 einige interessante Licht-Trends aus der Branche. Über das ein oder andere Unternehmen werden wir noch im Detail berichten. Wenn Ihnen der Artikel über die Licht-Trends auf der Kölner Messe gefallen hat, können Sie sich gerne für unseren Newsletter anmelden. Wir schreiben nicht nur über Trends in der Lichtbranche, sondern auch über den Möbelsektor und weitere Themen im Interiorbereich.

Das könnte Sie auch interessieren

Menü
Mit einem Freund teilen