Was den Art Déco Möbelstil ausmacht und wie er sich entwickelt hat.
Was den Art Déco Möbelstil ausmacht und wie er sich entwickelt hat.

Entstanden und etabliert hat sich der originäre Art Déco Möbelstil in Frankreich und Österreich um 1925 bis ca. 1940. Der Art Déco Stil stand in Anlehnung an das Art Nouveau und im Kontrast zu dem Bauhaus in Deutschland, da hier das verwendete Material und seine Wirkung im Raum eine signifikante Rolle hatten.


Ursprung und Entwicklung

Art Déco bezeichnete um die Jahrhundertwende (1900) eher einen Kunststil. Schnell wurde er im Laufe der Jahre zum Stilbegriff für einen Teil der Designgeschichte und bezog sich auf die Formgebung in vielen Gestaltungsbereichen wie Bilder, Möbel, Leuchten, Kleider, Schmuck und Architektur. Der Art Déco war eine Entwicklung inmitten des generellen Aufbruchs der Klassischen Moderne, bei der die gestalterische Verbindung von Form und Eleganz, der Kostbarkeit der Materialien, der Intensität der Farben und die Sinnlichkeit im Vordergrund steht. Vieles davon war schon im Jugendstil angelegt.

Wesentliche Merkmale des Möbelstils

Charakteristisch für den Art Déco Möbelstil sind die flächigen und stilisierten Darstellungen floraler und organischer Motive. Der plakative Eindruck ist dabei besonders wichtig. Das Fehlen von Natürlichkeit und Schatten vermittelt dabei den modernen Eindruck. Ziel des Art Déco ist es auf möglichst einfache Weise die Eleganz der Grund-Form und die Wertigkeit der Materialien hervorzuheben.

Ein Schlafzimmer-Design von Paolo Castelli aus Italien auf der Imm Cologne 2017.

Der Name „Art Déco“ zeigt die Priorität der dekorativen Elemente auf. Klare Linienführung in Kombination mit der Wirkung von Gold und Silber, Spiegel oder Marmor in seiner reinen Form sind ebenso signifikant für den Art Déco Stil, wie glänzende Oberflächen in Klavierlackoptik. Dekadenz á la „The Great Gatsby“ oder Opulenz und Leichtigkeit wie in den „Golden Twenties“ darf beim Art Déco nicht fehlen. Die aufkommende neue Gesellschaftsschicht der reichen Industriellen und wohlhabenden Erben aus gut situiertem Bürgertum schuf das Bedürfnis nach Eigentum, welches die persönlichen finanziellen Verhältnisse wiederspiegeln sollte.


Daher sind viele typische Art Déco Möbel im Prinzip Stücke, die bereits bei Adels- und Königshäusern zu finden waren, z. B. Servierwägen, Konsolentische, Beistelltische, opulente Spiegel und Frisiertische, sowie repräsentative Schreibtische und Loungemöbel, wie z. B. die Chaiselounge oder die Otomane.

Der Art Déco Möbelstil und seine Farbpalette aus den Jahren 1920 - 1940.

Gern verwendete Motive waren der Fächer oder Linien. Bezugs- und Heimtextilstoffe waren vor allem Samt oder schimmernde feinverwobene Stoffe wie Satin. Auch Tapeten mit großen Mustern / florale Motive rücken im Art Déco wieder in den Vordergrund.

Die Muster im Art Déco Stil besitzen vor allem Fächerformen oder Linien. Hier eine Musterkarte.

Der Generation des Art Déco war die Wertigkeit des Materials ebenso wichtig, wie die Herkunft desselben. Marmor und Onyx aus Italien, exotische dunkle Hölzer aus Übersee, Fliesen aus Spanien und Portugal und Teppiche aus dem Orient mussten es sein. So entstand ein Möbelstil, der sich durch Wertigkeit und viel Handarbeit auszeichnet. Der aber ebenso ein sehr großes Augenmerk auf das Design der Stücke legt – Dekadenz und Opulenz, Luxus und Reichtum sollte die Signalwirkung nach außen sein. Selbst Tresore wurden in dieser Zeit aufwendig gestaltet und offen im Haus zur Schau gestellt.

Bekannte Unternehmen, die sich dem Art Déco Möbelstil gewidmet haben sind z. B. Paolo Castelli aus Italien, welchem wir zuerst auf der Imm Cologne in 2018 begegnet sind oder Hamilton Conte aus Frankreich. Lesen Sie hierzu gerne unseren Artikel über Highlights der Maison & Objet 2019 für weitere Eindrücke.


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