Aufschlüsselung der IP Schutzart
Was man unter der IP Schutzart verstehen muss und wie sie den Einsatz von Leuchten im Badezimmer und in Außenbereichen definiert.

Bei dem Gang durch Einrichtungshäuser, Baumärkte oder Musterhäuser fällt uns immer eines besonders auf: die tollen Bäder. Und das nicht nur wegen der teils neuen technischen Details und der Qualität der Möbel, Wannen und Fliesen, sondern eben auch wegen der oft raffinierten und durchdachten Beleuchtung. Um eine Leuchte sicher in solchen Räumen zu installieren, sollte man auf die IP Schutzart achten.


In diesem Artikel widmen wir uns diesem sicherheitsrelevanten Thema und zeigen Ihnen, welche IP Schutzart für welchen Einsatz bzw. Raum eingesetzt werden sollte.

Was Bad- und Außenleuchten von regulären Leuchten unterscheidet

Bad- und Außenleuchten sind für den Einsatz in feuchter Umgebung geeignete Leuchten. Sie stellen besondere Anforderungen an die Bauart der Leuchten, so dass gewährleistet ist, dass z. B. kein Wasser oder Staub in die Leuchten eindringen kann. Leuchten für den Außen- oder Feuchtraum sind immer Leuchten der Schutzklasse II und haben herstellerseitig eine entsprechende IP Schutzart. Diese wird auch auf der Leuchte und der Verpackung ausgewiesen.

IP Schutzart im Badezimmer

Badleuchten müssen zusätzlich zur Schutzklasse (I-III, Schutz gegen Berührungsspannungen) und der IP Schutzart (IP-Code, Schutz gegen das Eindringen von Fremdkörpern und Wasser) auch den Anforderungen für den jeweiligen Schutzbereich im Feuchtraum entsprechen. Die einzelnen Schutzbereiche im Badezimmer sind in der DIN VDE 0100 Teil 701 festgelegt. Seit 2002 sind dort drei Schutzbereiche definiert. Für mehr Informationen zu den Schutzbereichen lesen Sie unseren Expertenbeitrag.


Aufschlüsselung der IP Schutzart

Die Installation von Leuchten oder elektronischen Bauteilen in Feuchträumen ist abhängig von den zugelassenen IP Codes. Die IP Schutzart legt fest, in welchem Umfang ein elektrisches Bauteil Umwelteinflüssen ausgesetzt werden kann, ohne beschädigt zu werden oder ein Sicherheitsrisiko darzustellen. Ebenso geben sie einen Überblick über den Schutz gegen Eindringen von Wasser.

IP (engl. Ingress Protection) steht für die Schutzart und die nachfolgenden „X“ werden wie folgt gesetzt:

  1. Stelle: Berührungsschutz / Fremdkörperschutz
  2. Stelle: Wasserschutz
  3. Stelle: Zusätzlicher Berührungsschutz
  4. Stelle: Ergänzende Buchstaben

Die dritte und vierte Stelle ist bei Leuchten nicht verpflichtend und wird in der Praxis häufig nicht auf der Verpackung mit angegeben. Wenn für die Kennzeichnung die erste oder zweite Stelle nicht von Bedeutung ist, so wird sie durch ein „X“ ersetzt, da dann kein derartiger Schutz für das Produkt besteht.

Kennziffern für Berührungsschutz
IP Schutzart: Kennziffern für Berührungsschutz
Kennziffern für Wasserschutz
IP Schutzart: Kennziffern für Wasserschutz

Als Beispiel: Eine Leuchte mit IP68 wäre demnach vollständig gegen Berührungen geschützt (bezieht sich auf elektr. Bauteile) und staubdicht und geschützt vor eindringendem Wasser beim Eintauchen und könnte in einem Gewässer, wie einem Teich betrieben werden. Aber Achtung: für den Einsatz in chlorhaltigem Wasser, wie Pools, muss die Oberflächenbeschaffenheit der Leuchte geeignet sein. Hierfür lohnt ein Gespräch mit einem qualifizierten Fachberater.

IP Schutzarten im Außenbereich

Eine Leuchte, die in Außenbereich eingesetzt wird, muss Wind und Wetter standhalten. Dadurch ergeben sich- ähnlich wie im Bad, je nach Einsatzort und Zweck bestimmte Anforderungen, vor allem an Staub- und Wasserschutz. Im Folgenden haben wir typische Einsatzorte für Außenbeleuchtung dargestellt und deren Mindestanforderung an den jeweiligen IP-Schutz.

Die IP Schutzart im Außenbereich
Schutzart IP 23

Bei einer Montage direkt unter einem Dach oder Überstand, müssen die Leuchten mindestens die Schutzart IP23 aufweisen. Damit sind diese Leuchten gegen grobe Fremdkörper mit < 12,5 mm Durchmesser und Tropfwasser (15% Neigung Aufprall) geschützt.

Schutzart IP 44

Werden die Leuchten an einer überdachten Wand angebracht, müssen diese mindestens IP 44 entsprechen. Leuchten mit Schutzart IP 44 sind geschützt gegen feste Fremdkörper von 1 mm Durchmesser und Spritzwasser. Das heißt, Wasser, das aus jeder Richtung gegen das Gehäuse spritzt, darf keine schädliche Wirkung auf die Leuchte haben.

Schutzart IP 65

Wer Leuchten am oder im Boden unter einem Dach oder Überstand installieren möchte, muss auf Leuchten mit der Schutzart IP 65 zurückgreifen. Diese Leuchten sind dann staubdicht und geschützt gegen Strahlwasser. Das bedeutet, dass die Leuchten auch bei Starkregen oder beim Abspritzen mit einem Gartenschlauch dicht bleiben.

Schutzart IP 67

Leuchten, die frei auf der Grundstückfläche im Boden- oder Weg platziert sind, müssen mindestens der Schutzart IP67 entsprechen. Diese Leuchten könnten dann auch zeitweiliges Untertauchen in Wasser ohne Schaden zu nehmen aushalten.


Schutzart IP 68

Leuchten für den Teich oder einem Bachlauf müssen der Schutzart IP68 entsprechen, da diese dauerhaft unter Wasser sind. Die Schutzart IP68 ist damit auch die höchste Schutzart für Leuchten.

Aufgrund der nicht ungefährlichen Kombination von Wasser und Elektrizität in Feuchträumen und Außenbereichen sollte die Installation von Außen- und Badleuchten nur von einem Elektroinstallateur durchgeführt werden. Architekten und Lichtplaner helfen aber ebenso gerne bei einer durchdachten Planung mit. So werden Wege optimal beleuchtet und Terassen- oder Außenwände stilvoll in Szene gesetzt. Gerade in Bädern kann eine gute Planung selbst ein simples, schlichtes Bad in ein Mini-Spa verwandeln.


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