Funktionsprinzip von einem Dimmer
Wie funktionieren Dimmer und welche Leuchten und Leuchtmittel sind dimmbar?

Gerade im Winter würde es man sich abends gern so richtig schön gemütlich im Wohnzimmer machen, aber oft ist die Wohnzimmerbeleuchtung zu hell für eine heimelige Atmosphäre. Ein paar Kerzen? Zu dunkel. Die passende Stimmung will sich einfach nicht einstellen. Ein Dimmer ist da häufig die richtige Lösung. Doch wie funktionieren Dimmer und ist jedes Leuchtmittel dimmbar?


Was ist ein Dimmer und wie funktioniert er?

Ein Dimmer ist ein elektronisches Bauelement, das die Fähigkeit besitzt elektrische Ströme zu schalten. In Deutschland beträgt die Spannung im Stromnetz 230V und arbeitet mit Wechselstrom. Das bedeutet, dass pro hundertstel Sekunde die Spannung ihre Polarität wechselt und dabei nimmt sie immer wieder kurzzeitig den Wert Null an (Sinuskurve). Über den Drehknopf eines Dimmers stellen wir ein, wann der Dimmer im Verlauf einer Sinushalbwelle zünden soll. Man spricht bei diesem Steuerungsprinzip in der Elektrotechnik von einer Phasenanschnittsteuerung. Einige Leuchten erfordern auch Dimmer, die mit dem Phasenabschnitt-Prinzip arbeiten. Dieses funktioniert dann gerade umgekehrt.

Da sowohl beim Phasenanschnitt-Prinzip als auch beim Phasenabschnitt-Prinzip das Schalten so rasant schnell abläuft, kann ein Halogen-Leuchtmittel oft aufgrund der Trägheit nicht folgen und daher flackert das Licht auch nicht. Gängige Dimmer sind z. B. der Drehknopf, oder der Tastdimmer, mit denen dann neben dem Ein- und Ausschalten der Beleuchtung auch die Einstellung der Helligkeit erlaubt wird. Beispiele für andere Dimmer im Haushalt sind Staubsauger, die per Drehknopf die Saugleistung dimmen.

Dimmer in der Lichttechnik schaffen angenehm behagliches Licht. Sie helfen aber auch beim Strom sparen und können die Lebensdauer der verwendeten Leuchtmittel verlängern.
Christine HillerLichtexpertin auf Houzz & HQ Designs

So einfach meist der Austausch von Glüh- oder Halogenlampen gegen LED-Leuchtmittel oder Energiesparbirnen ist – beim Thema Dimmen gibt es gravierende Unterschiede. Da diese Lampenarten sehr häufig mit integrierten Steuergeräten arbeiten, müssen diese auch für das Dimmen ausgelegt sein. Und selbst dann muss der passende Dimmer je nach Lichttechnik und verwendeten Schaltgeräten/Trafos genau ausgesucht werden.


3 Dinge, die Sie beim Kauf eines Dimmers beachten sollten

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    Ist die Leuchte dimmbar und welche Leuchtmittel verwendet?

Es gibt verschiedene Dimmermodelle, sowie Lastarten, die es erforderlich machen, den richtigen Dimmer auszuwählen. Das Dimmgerät wird nach der entsprechenden Lastart gewählt. Das bedeutet für Sie: Welche Leuchtmittel werden verwendet und ist in der Leuchte ein Trafo oder funktioniert die Leuchte ganz normal über das 230V Stromnetz? Diese Informationen findet man auf der Verpackung des Herstellers, aber auch auf Leuchtmitteln oder Leuchten aufgedruckt. Im Zweifelsfall fragen Sie den Elektriker. Es gibt sehr viele verschiedene dimmbare Leuchtmittel auf dem Markt, welche teils spezielle Dimmer benötigen. Aber alles in allem lassen sie sich gut nach der Technik einordnen.

Die Folgenden sind die am meist verkauften Leuchtmittel und auch gebräuchlichsten:

  • 230V Hochvolt-Halogen (Fassung G9 oder GU10)
  • Niedervolt 12V mit elektronischem (Tronic-) Trafo (Fassung G4, GU5,3, GY6,35)
  • Niedervolt 12V mit konventionellem Trafo (Fassung G4, GU5,3, GY6,35)
  • LED-Lampen (viele Fassungsarten möglich)
  • Energiesparlampen (viele Fassungsarten möglich) hier ist Dimmen nur bedingt möglich

Notieren Sie sich die Gesamtwattzahl und schauen Sie, ob Angaben zum verwendbaren Dimmprinzip auf der Leuchte oder den Leuchtmitteln zu finden sind. Jeder Dimmer besitzt eine minimale und maximale Anschlussleistung (von-bis…Watt). Es können also nur Leuchtmittel bzw. Leuchtengruppen mit einer Gesamtleistung zwischen dieser Spanne der Anschlussleistung des Dimmers ohne Probleme angeschlossen werden. Die industrielle Kennzeichnung für Dimmer: die Buchstaben R, L oder C stehen auf den Leuchten oder Leuchtmitteln, meist zusammen mit einer „ansteigenden“-Symbolleiste.

Aber es gibt auch noch weitere Symbole (siehe unten). Für die richtige Auswahl des Dimmers müssen die Buchstaben auf der Leuchte und dem zukünftigen Dimmer übereinstimmen.

Die folgende Tabelle zeigt nun, welches Leuchtmittel im Regelfall mit welcher Dimmer-Technologie verwendet werden kann:

Vergleich Leuchtmittel und Dimmbarkeit
Anmerkungen

1) Dimmbare Energiesparlampen (ESL)
Nur wenn Energiesparleuchtmittel ausdrücklich als dimmbar deklariert sind, sind sie unter Umständen mit konventionell bedienbaren Dimmern (Dreh- oder Schieberegler) oder speziell hierfür geeigneten elektronisch gesteuerten Dimmern des beim Leuchtmittel angegebenen Dimmverfahrens (Anschnitt oder Abschnitt) dimmbar. Dies muss jedoch in der Beschreibung des Dimmers deklariert sein. Prinzipiell gelten für Glüh-/Halogenlampen konzipierte Dimmer nicht als geeignet für Energiesparmodelle. Selbst, wenn die Kombination funktioniert, kann es hier u. U. durch das Abstrahlen erhöhter Störimpulse auf der Netzleitung zu starken Funkstörungen kommen.

2) a. LED-Lampen
230-V-LED-Lampen und Hochvolt-LED-Leuchtmittel müssen als dimmbar gekennzeichnet sein. Ist das LED-Leuchtmittel als dimmbar gekennzeichnet, ist zu prüfen, ob ein PhasenANschnitt- oder PhasenABschnitt-Dimmer einzusetzen ist. Dies ist in der Regel auf der Verpackung vom Hersteller ausgelobt.

12-V AC und 12-V AC/DC LED-Lampen müssen ebenso explizit als dimmbar gekennzeichnet sein. Auch muss darauf geachtet werden, dass der verwendete Trafo (Vor-/Schaltgerät) dimmbar ist. Welcher Dimmer, PhasenANschnitt- oder PhasenABschnitt-Dimmer, genutzt werden kann, gibt die Bedienungsanleitung des Trafos wieder. Viele für Niedervolt ausgelegte Trafos erfordern zudem eine Grundlast (Mindestlast), welche von den LED-Leuchtmitteln ausgelastet werden muss, da der Trafo sonst nicht „anspringt“.

b. LED-Streifen und einzelne LEDs (DC)
Für LED-Lampen, die nicht direkt mit 230V arbeiten (typisch 12V bzw.24V DC), kommen PWM-Dimmer (PWM = Puls-Weiten-Modulation) zum Einsatz! Entweder ist hier ein zusätzliches LED-Vorschaltgerät (Treiber) erforderlich oder dieses ist bereits in den PWM-Dimmer integriert. Dimmbare LED-Treiber sind auch für verschiedene Ansteuerungsarten erhältlich.

3) Leuchtstoffröhren
Leuchtstoffröhren sind nur mit den dafür deklarierten speziellen elektronischen Vorschaltgeräten (EVG mit 0 – 10V Schnittstelle) und zugehörigem Dimmer dimmbar.

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    Machen Sie Ihr bevorzugtes Schalterprogramm ausfindig

Um herauszufinden, welches Dimmgerät Sie brauchen, müssen Sie sich zunächst auf ein Schalterprogramm festlegen, bzw. herausfinden, welches Programm im Raum verbaut ist, das mit einem Dimmer ausgestattet werden soll. Dann wählen Sie den Tast-/Touch- oder Drehdimmer aus.

Universaldimmer

Universaldimmer
Der Universaldimmer ist die einfachste Möglichkeit beim Dimmereinbau. Er kann fast alle Lastarten dimmen und erleichtert somit die Auswahl der passenden Leuchte erheblich. Es gibt ihn zum Drehen wie auch zum Tasten. Vorteil: Auch, wenn man irgendwann später mal eine neue Leuchte und damit verbundenen neuen Lastart entscheidet, wird kein neuer Dimmer benötigt (ausgenommen LED-Dimmer).

LEDOTRON

LED-Dimmer LEDOTRON – Standard
Bei diesen Dimmern sind einige wichtige Punkte zu beachten. Verwenden Sie beim Dimmen von LED-Leuchten nur Markenleuchtmittel, die auch laut Hersteller dimmbar sind! Viele Schalterhersteller sind Kooperationen mit großen Markenherstellern eingegangen und haben Standards entwickelt, die ein problemloses Dimmen der angebotenen LED-Leuchtmitteln gewährleisten. Dieser Standard wurde LEDOTRON genannt.

Dimmer für elektronische Trafos

Dimmer für elektronische Trafos (Phasenabschnittdimmer)
Phasenabschnittdimmer sind für das Dimmen elektronischer Transformatoren geeignet, also Leuchten mit Niedervolt-Halogen-Leuchtmitteln. Diese Trafos sind häufig geschickt in das Leuchtengehäuse integriert, so dass nur aus der Bedienungsanleitung entnommen werden kann, ob und welche Art Trafo verbaut wurde.

Dimmer für konventionelle Trafos

Dimmer für konventionelle Trafos (Phasenanschnittdimmer)
Mit Phasenanschnittdimmern können induktive Lasten, sprich gewickelte Trafos, gedimmt werden. Diese werden wie bereits erwähnt, immer weniger eingebaut und findet man vornehmlich noch in Altbauten, wo sie schon bestehende Niedervoltinstallationen, wie z. B. Einbauleuchten und Seilsysteme mit Strom versorgen.


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    Wählen Sie die passende Dimmerart und -modell aus

Die am häufigsten verwendeten Dimmer sind folgende:

  • Drehdimmer: der Klassiker mit Drehknopf
  • Tastdimmer: einfache Steuerung per Fingertippen
  • Fußdimmer: bequeme Steuerung per Fuß, z. B. bei Stehleuchten
  • Touchdimmer: direkte Wahl der Helligkeitsstufe über LEDs
  • Seriendimmer: Steuerung mehrerer Leuchten oder Leuchtgruppen
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Lassen Sie den Dimmer von einem Elektriker / Fachkraft installieren, damit erhalten Sie auch etwaige Garantieansprüche im Falle eines Defektes.

Tipps & Hinweise zu Dimmern

  • Mit einem Dimmer können Sie Strom sparen, denn je nach Dimmerstellung wird Leistung eingespart.
  • Brummt Ihre Leuchte bzw. der Transformator beim Dimmen, kann es helfen die Schrauben am Trafo nochmals zu lockern und wieder anzuziehen. Alternativ kann auch ein Gummiprofil zwischen Trafo und Decke Abhilfe schaffen. Die Ursache für das Brummen sind nämlich häufig die abrupten Magnetfeldänderungen, die bei Ein- bzw. Ausschaltvorgängen der Leuchte, den Trafo zum Vibrieren bringen können.
  • Wenn Sie Ihre Leuchte häufig dimmen, sollten Sie diese von Zeit zu Zeit auf volle Leistung schalten, damit der Halogenkreislauf in den Lampen wieder angeregt wird und die Lebensdauer erhalten bleibt.
  • Bei Dauer-Dimmbetrieb sollten Sie sich überlegen, ob es aus energieökonomischen Gründen nicht besser wäre, Leuchten mit weniger Lichtleistung zu installieren.
  • Wem die Dimmersuche zu aufwändig ist, der greift auf Leuchten mit LED-Technik und beigefügter Fernbedienung für die Dimmfunktion wie z. B. Philips LivingColors zurück. Mit dieser kann die entsprechende Leuchte dann meist in 2-10 Stufen gedimmt werden. Einige Modelle bieten zusätzlich die Option mit der Fernbedienung auch Lichtfarben von warmweiß bis kaltweiß anzusteuern. Das geht aber dann auch nur für die Leuchten, die mit der Fernbedienung bestückt sind.

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