Der Ethno Möbelstil und seine Merkmale
Was den Ethno Möbelstil ausmacht und wie er sich entwickelt hat.

Die Faszination für Afrika und Süd- oder Mittelamerika sind Inspiration für den Ethno Möbelstil. In der Mode kommen oft auch mongolische und ehemalig russische Landmuster zu finden. Im Interior ist dies weniger der Fall. Der Ethno Stil hat seinen Ursprung aus Süd- und Mittelamerika, sowie oft auch in Afrika und ist seit ca. 2015 in der Interiorbranche weit verbreitet.


Ursprung und Entwicklung

Der Kolonialstil entstand zwischen dem 17. – 19. Jahrhundert und kann als historische Vorlage für den heutigen Ethno Möbelstil bezeichnet werden. Der Kolonialstil zeichnete sich dadurch aus, dass die Europäer ihre historischen Baustile in den damals neuen Gebieten wie z. B. Nord-, Mittel- und Südamerika einbrachten. Dabei wurde natürlich Rohmaterial aus den Kolonialgebieten verwendet, wie beispielsweise Mahagoni, Redwood, Robinie oder auch Mangoholz verwendet, um dieses zum Teil mit typischen dort-vorherrschenden Mustern und Motiven verziert. Unter dem heutigen Ethno Stil versteht man die Integration exotischer landestypischer Merkmale, Motive, Muster und Materialien im eigenen Interior. Empfehlenswert dabei ist es sich auf ein Land oder Kontinent zu beschränken.

Wesentliche Merkmale des Möbelstils

Beim Ethno-Einrichtungsstil werden entweder die Muster, Ranken und florale Motive kopiert und in neuen Farben arrangiert oder die typischen Farbkonstellationen von indianischen, peruanischen, mexikanischen oder auch afrikanischen Stämmen werden mit modernen Inspirationen der traditionellen Muster verwendet.

Bekannte Muster im Ethno Möbelstil aus Afrika, Peru und Indien.

Möbel aus Mango- oder Teakholz in typisch spartanischer Optik bezeichnen den Ethno Stil, aber auch Fellimitationen auf Polstern wie Zebra oder Leopard. Fans des südamerikanischen oder südostasischen Ethno Stils greifen auf Rattanmöbel zurück. Tapeten werden bei diesem Stil eher zurückhaltend eingesetzt, wenn dann in den Farben Sand, beige und auch Terra, Rot- und Brauntöne sind ebenso denkbar.


Ein Beispielmöbel von Ethnicraft im Ethno Möbelstil auf der Imm Cologne 2018.

Manche mögen auch Fototapeten, um ein realistisches Bild an der Wand zu haben und den Raum optisch zu vergrößern. Dies muss dann aber gut zum Rest des Interiors abgestimmt sein. Modern wird es, wenn die bekannten Ethnomuster in Tapeten auftauchen und sparsam, aber effektvoll an einer wichtigen Stelle im Raum, wie ein riesiges Bild platziert wird. Beispielsweise hinter einem Bett an der Wand oder einem Sofa, etwa 3-4 Bahnen breit. Traditionell würde eher ein großer Wandbehang wie ein Teppich zum Zuge kommen.

Als Materialien für Betten und Möbel kann auch Metall zum Einsatz kommen, dann ist man zeitlich in der Kolonialzeit und übernimmt diesen Stil, um dem Ethno Stil mehr Finesse und Authentizität zu geben.

Als weitere Dekoration für das Ethno eignen sich Sand, getrocknete Fruchtstände z. B. vom Affenbrotbaum, Muscheln, Bast und natürlich Dekofiguren von Elefanten, Affen, Giraffen und viele mehr.

Ein schönes Beispiel eines Affen als Dekofigur im Ethno Stil.

Bilder aus dem begehrten Ursprungsland, egal ob von Fauna oder Flora und egal ob gemalt oder fotografiert gehören dazu, um den Stil erfahrbar zu machen. Passende Accessoires sind außerdem Schalen und Gefäße in gediegenen Farben, sowie Körbe und geflochtene Objekte. Wer auch beim Geschirr stilecht agieren möchte, achtet auf Keramik aus den jeweiligen Ländern, in Südamerika beispielsweise schwarze Keramik.

Bodenbeläge sind auch eher erdfarben, da die meisten Ethno-Ursprungsländer keine Fliesen oder bearbeitete Holzböden hatten, kann man hier großzügig auf Detailtreue verzichtet werden und einfach im passenden Farbton zum Rest der Einrichtung arbeiten. Anbieten würden sich auch natursteinähnliche Fliesen oder Laminatböden in Erdfarben.

Geflochtene Elemente sind in diesem Möbelstil ein absolutes Muss.

Als Leuchten kommen afrikanische Motive auf Papierleuchten in Frage. Leuchtenschirme aus Lederoptik, ein einfacher Metall-Kronleuchter in braun oder schwarz und auch Windlichter in passenden Gläsern und Gefäßen. Exotische Zimmerpflanzen, die im Ursprungsland wild und unter freiem Himmel gedeihen können, werden hier stilecht in Szene gesetzt. Passende Arten wären Palmen, Kakteen oder Hibiskus.


Wenn man sich für Ethno entscheidet, sollte man bei einem Ursprungsland bleiben, das wirkt später ausgeglichener und authentischer. Machen Sie sich die Mühe, zu recherchieren, was es im Land ihrer Träume gab oder gibt und was nicht und gestalten Sie dann ihren Raum im Ethnostil. Wir unterscheiden orientalischen und Ethno Stil, weil der Ethnotrend eher mit natürlichen, etwas gedeckteren Farben und anderen Kontrasten und Mustern arbeitet. Ein weiterer Punkt ist, das Ethno in der Regel eher schlicht im Möbeldesign ist und mit gröberen Materialien arbeitet. Orientalisch ist hingegen wesentlich farbintensiver, detailverliebter und von den Stoffen her viel weicher und fließender in der Optik.

Beispielmuster von Ethno im Trendforum der Maison & Objet 2019.

Natürlich könnte man den Ethno Stil auch noch weiter untergliedern in länderspezifische Stile, wie mexikanisch, peruanisch oder afrikanisch. Hier haben wir übergreifend den Hauptstil klassifiziert und unter „Ethno“ zusammengefasst. Bekannte Unternehmen, die den Ethno Stil in ihren Kollektionen haben, sind z. B. Pad Concept, Kersten BV, Ethnicraft oder Now’s Home aus Paris.


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