Leuchtstoffröhren und ihre Technik
Wo Leuchtstoffröhren eingesetzt werden und wie sie funktionieren.

Leuchtstoffröhren fanden in den Siebzigern noch viel Aufmerksamkeit im Wohnraumbereich und wurden sehr oft zur dezenten Hintergrundbeleuchtung verwendet. Mittlerweile finden sie aufgrund der Weiterentwicklung der LEDs fast keine Verwendung mehr in Wohnräumen. Sie sind zwar mit einer Lichtausbeute von bis zu 104lm/W sehr effizient und in einer Zeit des Energiesparens relevant, allerdings sind sie wegen stab- und röhrenförmigen Bauweise eben begrenzt einsetzbar.


In den vergangen Jahren spielten sie fast ausschließlich in Büroräumen, Restaurants und Hotels, Stadien, Tunneln, Shops, Museen und Fabrikhallen eine Rolle – also eher im gewerblichen Bereich. Im Wohnraum sind sie in der Regel fast nur noch in Küchenschrankbeleuchtungen und Badschränken im Einsatz.

Funktionsweise von Leuchtstoffröhren

Im Fachjargon werden Leuchtstoffröhren auch Kompaktleuchtstofflampen genannt  und funktionieren nach dem Prinzip der Niederdruck-Gasentladung. Hierbei wird das Glasrohr mit einem Edelgas mit niedrigem Druck und einer sehr geringen Menge Quecksilber gefüllt.

Die Innenwand der Röhre ist mit einem Leuchtstoff beschichtet. Zwischen zwei Elektroden, die an den Enden im Gehäuse platziert sind entsteht durch Stromzufuhr ein elektrisches Feld und dadurch wird eine Gasentladung möglich. Das verdampfende Quecksilber gibt UV-Strahlen ab. Sobald die UV-Strahlung auf den Leuchtstoff trifft, wandelt dieser sich in sichtbares Licht. Durch eine entsprechende Mischung der Gase (Leuchtstoff) kann die Lichtfarbe variiert werden.


Kurz zusammengefasst sind die Vorteile der Leuchtstoffröhren folgende: die lange Lebensdauer von bis zu 90.000 Std. und die hohe Effizienz der Röhren.
Christine HillerLichtexpertin auf Houzz & HQ Designs

Je nach gewünschter Farbe füllt der Hersteller z. B. Helium, Krypton, Argon, Stickstoff oder Neon ein und erreicht damit Lichtfarben von kaltweiß (ca. 5000-6000K), neutralweiß oder warmweiß (<3300 K). So wird es möglich, Leuchtstofflampen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche zu konzipieren.

In Energiesparlampen für den Hausgebrauch wird statt Quecksilber meist das weniger schädliche Amalgam eingesetzt. Einziger Nachteil ist die leicht verzögerte Anschaltschnelligkeit, die jedoch fast nicht zu bemerken ist. Dafür zeigen Leuchtstoffröhren mit Amalgamtechnologie jedoch einen konstant hohen Lichtstrom über einen weiten Temperaturbereich.

Anschluss von Leuchtstoffröhren

Leuchtstoffröhren eignen sich nicht zum direkten Anschluss an das Stromnetz. Sie müssen mit einem Vorschaltgerät betrieben werden. Man unterscheidet dabei konventionelle und elektronische Vorschaltgeräte.

Bei Leuchtstoffröhren mit einem konventionellem Vorschaltgerät ist das Vorschaltgerät meist unter oder direkt neben der Leuchtstoffröhre angebracht und relativ gut zugänglich. Bei kleinen tragbaren Lampen, z. B. der Kompaktleuchtstofflampen (Energiesparlampen) ist es von außen nicht sichtbar im Sockel verbaut. Das Vorschaltgerät enthält die technische Grundlage für die Zündung des Gases im Inneren der Röhre und sorgt für eine konstante Spannung und damit für flacker-freies Licht. Der verbaute Starter, der zeitweise ersetzt werden muss, ist lediglich für den Zündungsvorgang notwendig.

Aufgrund der Tatsache, dass das Starten mit einem herkömmlichen Vorschaltgerät nicht ganz zuverlässig sein kann und ein Flackern verstärkt auftreten kann, wurden sie in den letzten Jahren fast völlig durch die elektronischen Vorschaltgeräte ersetzt. Sie steuern den Zündungsvorgang der Leuchtstoffröhren elektronisch und verbessern die Lebensdauern und Effizienz erheblich.


Sockelvarianten

Es gibt Leuchtstoffröhren für verschiedene Sockelvarianten. In der nachfolgenden Tabelle stellen wir die gängigsten im Hausgebrauch vor. Speziell unsere Angaben der Kelvin können für all diejenigen interessant sein, die die Lichtfarbe perfekt zum Wohnambiente abstimmen möchten.

Leuchstoffröhren und gängige Sockel
wdt_ID Sockel Typ Durchm. (mm) Form Länge (mm) Wattagen Lichtfarben Anmerkung

Heute gibt es allerdings auch schon LED-Leuchtstoffröhren, was in sich ein Widerspruch ist, denn eine LED arbeitet komplett anders, als die hier beschriebenen Leuchtstoffröhren. Gemeint ist dann in der Regel eine Leuchte in der „Bauform“ einer Leuchtstoffröhre, allerdings mit der modernen LED-Technik und deren Vorteile. Dies wird vor allem deshalb so gehandhabt, dass der Kunde/Installateur keine aufwendigen Neuinstallationen vornehmen muss, sondern einfach die Röhre tauscht, wie bisher auch (mit der LED Röhre wird dann auch der Starter getauscht) – diese Leuchtmittel werden dann „Retrofit“-Lampen genannt.


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