Kelvin, Lumen & Lux
Kelvin, Lumen und Lux – beim Leuchtenkauf begegnen einem viele Fachbegriffe.

Beschäftigt man sich intensiv mit dem Thema Beleuchtung im Wohnraum, kann einem auch mal schnell der Kopf schwirren. Was bedeutet Kelvin, Lumen oder Lux? Welche Fachbegriffe sollte man kennen und welche sind eher Spezialwissen für Lichtplaner? Wir geben Ihnen einen schnellen Überblick.


Farbtemperatur, gemessen in Kelvin

Das von Lampen und Leuchten erzeugte und abgestrahlte Licht besitzt eine Eigenfarbe, die sogenannte Lichtfarbe oder Farbtemperatur. Diese Farbtemperatur wird mit der Maßeinheit Kelvin (K) angegeben. Farbtemperaturen („Lichtfarben“) unter 2800 K gelten als extra warmweiß, von 2800 bis 3300 K bezeichnet man mit Warmweiß, von 3300 K bis 5300 K als Neutralweiß und über 5300 K als Tageslichtweiß. Man kann sich also merken: je höher die Farbtemperatur in Kelvin (K), desto weißer das Licht.

Kelvin-Meter
Kelvin-Meter

Licht beeinflusst unsere Stimmung und unseren Biorhythmus seit Urzeiten – auch heute noch. Wenn die Uhr in Deutschland wieder einmal auf Sommer- oder Winterzeit umgestellt wird, merken wir das ganz deutlich. Diese Beeinflussung unseres Körpers ist, wie wir heute wissen, äußerst kritisch zu bewerten. Ein Thema, dem sich “Human Centric Lighting” oder auch „biologisch wirksames Licht“ annimmt.

Die natürlichen Helligkeitsphasen des Tageslichts sind in unserem Biorhythmus quasi wie ein genetischer Code „vorprogrammiert“.

Sie sind fest in uns verankert und dementsprechend empfinden wir auch morgens eine Lichtstimmung, die das Lichtspektrum der aufgehenden Sonne wiedergibt als angenehm (ca. 2800 – 3200 K). Danach, gegen Mittag und im Laufe des frühen Nachmittags können wir unseren Körper unterstützen, weiterhin leistungsfähig zu bleiben, indem wir in Räumen eine Lichtfarbe im Bereich von ca. 3300 – 6000 K (je nach Beleuchtungszweck) nutzen. Gegen Spätnachmittag, nach der Arbeit und am Abend wiederum gibt unser Biorhythmus uns eine Lichtfarbe von ca. 2700 – 3200 K als Wohlfühllicht vor. Kerzenschein hat eine Lichtfarbe von ca. 1500 K und versetzt dem Raum eine warme, extra romantische Atmosphäre.


Die natürlichen Helligkeitsphasen

Im Umkehrschluss bedeutet dies für den Leuchtenkauf also, dass für Wohnräume die Lichtquellen gewählt werden sollten, die diese in uns manifestierten Lichtstimmungen unterstützen und wiedergeben. In Bereichen des Hauses, in denen gearbeitet wird und mehr Licht benötigt wird, ist folglich ein Licht mit höherer Kelvinzahl ratsam, als in Bereichen in denen wir uns z. B. abends aufhalten, wenn wir uns entspannen und ausruhen. Für mehr Details lesen Sie unsere Einrichtungstipps für Bürobeleuchtung.

Lichthelligkeit, angegeben in Lumen

Ein weiterer wichtiger Faktor neben der Lichtfarbe ist natürlich die Helligkeit. Zu Zeiten der Glühbirne wusste jeder von uns, wie „hell“ 60 Watt sind. Die Einheit „Watt“ gibt den Verbrauch eines Leuchtmittels wieder. Auf den EU-Energieeffizienzlabels, wird der Stromverbrauch des Leuchtmittels je Zeiteinheit (kWh) wiedergegeben und zeigt dem Endverbraucher, wie viel Energie das jeweilige Leuchtmittel verbraucht. Mit dem Verbot der EU für ineffiziente Leuchtmittel hat sich für den Verbraucher jedoch einiges geändert.

Umrechnung von Watt in Lumen

Der physikalisch richtige Wert zur „Lichthelligkeit“ ist „Lumen“. Lumen (lm) ist die Maßeinheit des Lichtstroms. Der Lichtstrom ist die gesamte Lichtmenge, die eine Lampe abgibt. Diese Umstellung von „Watt“ auf „Lumen“ ist zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Eine kleine Faustregel kann aber helfen, schnell zu verinnerlichen, wie „hell“ nun das Leuchtmittel ist, das gerade vor einem im Regal liegt: 60 W Glühlampenlicht entsprechen ca. 800 lm. In der Tabelle sind weitere grobe Lumen-Richtwerte aufgeführt. Aber Achtung: LED-Licht ist mittlerweile sehr effizient, das bedeutet hier gelten dann andere Werte! Aktuell haben die viele Hersteller LED-Leuchtmittel mit bis zu 100 lm pro Watt im Sortiment.

Will man also eine 60 W Glühbirne von der Helligkeit her ersetzen, müsste nach einer LED-Birne mit ca. 8 Watt (entspricht ca. 800 lm) gesucht werden.
Christine HillerLichtexpertin auf Houzz & HQ Designs
Vergleichstabelle Helligkeit

Mit diesen beiden Werten: Kelvin für die Lichtfarbe und Lumen für die Helligkeit lässt sich beim Leuchtenkauf dann schon ganz gut arbeiten. Bei der professionellen Lichtplanung spielen noch weitere Begriffe eine Rolle, die auch einem Laien beim Leuchtenkauf oder in der Zusammenarbeit mit einem Experten begegnen können. Die Berechnung beziehungsweise Feststellung dieser Lichtgrößen ist teils kompliziert, aber es ist gut, die Begriffe zumindest zu kennen.

Beleuchtungsstärke E, gemessen in Lux

Die Intensität, mit der eine Lichtquelle auf einer Fläche auftrifft (in Abhängigkeit vom Abstand) nennt man die Beleuchtungsstärke (E). Lux ist das Maß für diese Helligkeit an einem bestimmten Ort. Da die Berechnung von mehreren individuellen Faktoren abhängt, ist dieser Wert nicht auf Leuchtenverpackungen zu finden, und wenn, dann meist nur als Richtwert (Berechnung auf einem Meter Abstand).

Auch wenn dieser Wert für den Ottonormalbverbraucher nicht wirklich nachvollziehbar ist, mit diesem Wert kann ein der Planer feststellen, ob die Beleuchtungsstärke ausreicht, um zum Beispiel einen Schreibtisch optimal auszuleuchten. Für Betriebe und öffentliche Stätten sind im Interesse von Arbeitsschutz und Personensicherheit genaue Richtwerte vorgeschrieben. Diese Richtwerte werden herangezogen, um festzustellen, ob ein Arbeitsplatz, Wege oder öffentliche Räume u.ä. optimal ausgeleuchtet sind. Damit wird sichergestellt, dass der Arbeitnehmer sich zum Beispiel nicht langfristig die Augen schädigt, weil der Arbeitsplatz ungenügend ausgeleuchtet ist.


Diese Richtwerte sind in der DIN Norm DIN 12464 Teil 1 für Arbeitsstätten und Innenräume verschiedener Branchen definiert. Wir haben für die Abbildung oben aus der Norm einige Werte als Anhaltspunkte herausgesucht, die auf normale Wohnsituationen übertragbar sind.

Wichtig: dies sind Werte, die aufgrund der Anforderungen an die Sehaufgabe, die Tätigkeit und die Art des Raumes definiert wurden. Es handelt sich nur um Empfehlungen, wie hoch die Beleuchtungsstärke des Lichts auf den auftreffenden Flächen sein sollte. Entscheidend ist jedoch immer, welche Anforderungen jeder persönlich an das Licht hat. Deshalb gibt es für Wohnbereiche auch keine allgemeinen Empfehlungen.


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