Die Merkmale vom Retro Möbelstil
Was den Retro Möbelstil ausmacht und wie er sich entwickelt hat.

Verbreitet hat sich der Retro Möbelstil vor allem in Deutschland, England und Nordamerika in den Jahren 1950 – ca. 1965. Derzeit erfreut er sich wieder großer Popularität und wird immer wieder neu interpretiert. Unternehmen wie Walter Knoll oder Rolf Benz sind bekannt diesen Stil als Inspiration zu verwenden.


Ursprung und Entwicklung

Der Retro Möbelstil hat seinen Ursprung im klassischen Bauhaus-Stil. Entstanden ist er aus dem Bedürfnis nach qualitativ hochwertigen Möbeln zum erschwinglichen Preis mit einem „Ja“ zur Bequemlichkeit.

In den 60ern und 70ern folgten durch neue Frästechniken, Möbel mit Locheingriffen oder sogar Löchern als dekorativem Designelement in Fronten aus Metall. Mehr und mehr wurde der Sessel auf die Funktion reduziert. Die Rückenlehnen wurden kürzer – maximal nur noch schulterhoch und gepolsterte Armlehnen entfielen konsequent, sodass die Möbel mit ihren filigranen Füßen trotz bequemer Polsterung eine sehr leichte Gesamtoptik erhielten.

Wesentliche Merkmale des Möbelstils

Die Merkmale vom Retro Möbelstil der 50er bis 70er Jahre lagen zunächst in der Form von relativ klaren und einfachen Möbelgrundkonstruktionen. Diese wurden je nach Möbelstück entweder mit neuen Bezugstechniken bezogen (beispielsweise Längsnähte oder Quernähte in der Rückenlehne) oder die Materialien wurden gemixt, so dass ein Schrank Metallfüße hatte, auf den ein Aufbau aus Holz folgte und häufig Schubladen oder Fronten in anderen Farben dazu kombiniert wurden.


Auch bei den Tischen und Beistelltischen stand der Materialmix im Vordergrund: eine solide Holz- oder Metallkonstruktion mit vergoldetem Metallrahmen, auf der eine schwere Marmorplatte lag: Materialmix war im Retro Möbelstil Trend.

Stoffbezüge waren gedeckt, z. B. senfgelb, seegrün, beige und braun, aber auch ein gedecktes orange kam in den 50-60ern vor. Beliebte Holzarten waren rotlastige Töne, wie kirsche, nussbaum, eiche aber auch buche.

Die Farben vom Retro Möbelstil zwischen 1950 und 1970.

Bodenbeläge hatten klare geometrische Strukturen. Schachbrettmuster in schwarz weiß war Trend und Linoleum wurde als neuer unkomplizierter Belag in vielen Farbtönen und Mustern eingesetzt. Tapeten waren in den 50ern eher zurückhaltend. Oft waren es schwere Stofftapeten mit kleineren floralen Mustern, manchmal mit edlem Seidenschimmer, aber auch melierte fast unifarbene Tapeten waren typisch für die 50er – dann ebenso wie die Möbel in gedeckten Farben.

Neu waren auch Schrankknäufe aus metallischen Grundformen (Kugel, Quader, Kegelförmig) in Kontrastfarben zum Rest (häufig gold-meessingfarben mit schwarz), oft passend zu den meist schräg angesetzten und etwas höheren Möbelfüße aus Holz oder Holz-Metallkombination.


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