Der Shaker Möbelstil und seine Merkmale
Was den Shaker Möbelstil ausmacht und wie er sich entwickelt hat.

Typisch für den Shaker Stil sind schlichte und funktionale Möbeldesigns. Stilistisch greift der Stil Möbelformen aus den USA des 19. Jahrhunderts auf und legt wert auf solide Handwerkskunst. Der derzeitige Shaker Trend orientiert sich daran, spielt aber zusätzlich mit Farben und Mustern.


Ursprung und Entwicklung

Der Shaker Möbelstil hat sich erst seit jüngerer Zeit etabliert. Die Wortzusammenstellung kommt aus dem Englischen „shaker furniture“: Das sind Möbel, die vor allem bei Anhängern der Shaker, einer protestantischen Freikirche im 19. Jahrhundert in den USA, hergestellt wurden.

Die Möbeldesigns sind funktional geprägt und haben eine klare Formensprache. Sie spiegeln das asketische Lebensethos der Shaker wieder. Übertriebene und überflüssige Ornamentik lenkte die Shaker nämlich von Arbeit und Andacht ab. Daher wurde darauf weitgehend verzichtet. Dies grenzte die Shaker von dem im
19. Jahrhundert vorherrschenden Stil des Historismus ab.

Wesentliche Merkmale des Shaker Stils

Shaker Objekte sind aus in den USA heimischen Hölzern, wie Kiefer, Ahorn, Wildeiche oder Nussbaum gefertigt. Auch Bugholzmöbel wurden von ihnen in Amerika eingeführt. Ein Wohnstil im Sinne des Shaker Stils verzichtet heute bewusst auf intensive, knallige Farben und zu viel Effekthascherei mit üppiger Deko.


Ein Schlafzimmer ganz im traditionellen Shaker Stil.

Gern verwendet werden Farben wie Beige, Wollweiß und Brauntöne. Heute werden mit Pastells wie bleu, rosé, mint oder vanille Akzente gesetzt und experimentiert. Handgefertigte Teppiche, Decken sowie Keramik und Schalen mit alten Glasuren und Töpferoptik gehören ebenfalls dazu.

Typisch für Wohnräume war eine umlaufende waagerechte hölzerne Leiste, in die in regelmäßigen Abständen Haken (meist gedrechselt) eingelassen waren. Dort konnten Kleidungsstücke, Uhren, Werkzeuge und während des Säuberns des Fußbodens auch die Stühle aufgehängt werden. In einem modernen Shaker Möbelstil kann dies auch eine Galerieleiste für Bilder sein, oder eine Wand in 2-Farbenoptik abgesetzt z. B. durch eine Holz- oder einfache Stuckleiste.

Berühmt sind insbesondere auch die Schaukelstühle der Shaker. Einfache funktionale Möbeldesigns gehen dem Stil voran. Im Accessoire-Bereich wird nur das aufgestellt, was auch wirklich genutzt und gebraucht wird. In Küchen und Bädern ist der Shaker Möbelstil ebenfalls sehr begehrt, weil er auf das Praktische fokussiert ist. Dekorationen sind sehr zurückgenommen.

Nützliches, wie Bücher, eine Vase, die auch ab und an benötigt wird, Bilder von Familie und Freunden, Persönliches, wie Urlaubserinnerungen finden im Shaker Stil Platz. Heute wird auch gern mit Sprüchen und Dekoartikeln gearbeitet, die eine Aussage, Lebensweisheiten oder Mottos wiedergeben.

Im modernen Shaker Stil sind die Heimtextilien wie Kissen und Decken, oft Strickware, aus gediegenen Stoffen selbst genäht oder handgemacht, z. B. Plaids, Quillts oder Patchwork. Teppiche sind ebenfalls schlicht im Design, meist geknüpft oder gewebt, oft auch Outdoortauglich und ohne Floor. Geometrische Muster mit einem Hang zum Unvollkommenen sind typisch im Shaker Möbelstil. Heute werden dazu auch gerne Leuchten in antiker Silberoptik oder schwarzem Metall kombiniert – ebenfalls nicht zu opulent.

Auch Treibholz-Leuchten oder Leuchten aus dem Industrial-Stil passen oft gut zum Shaker Stil. Die gröbere Optik bricht bewusst mit den pastelligen Grundfarben und stellt damit oftmals ein Highlight im Raum dar.


An den Wänden wird im traditionellen Shaker Stil meist auf Muster und Ornamentik verzichtet. Der moderne Shaker Möbelstil arbeitet aber mit einfachen Bordüren und Pastellfarben, um dem Interior einen etwas moderneren Touch zu verleihen. Üppige Ornamentik und Dekore finden sich oft nur im Detail, z. B. auf Tür- und Schrankknäufen oder als aufwendig gestaltete aber zierliche Bordüre an Plaids oder Bilderrahmen.

Von den Leuchten bis hin zu den Küchenmöbeln ist hier alles gemäß dem Shaker Stil.

Wenn man sich im Shaker Stil einrichten möchte, gibt es natürlich auch hier einige Unternehmen, die sich diesem Stil verschrieben haben. Ein paar Beispiele wären Design House Stockholm, Feel Design aus Schweden, oder vereinzelte Möbelstücke von Hübsch.


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