Die Smart Home Standards Zigbee und Z-Wave im Überblick.
Was Sie unter ZigBee und Z-Wave verstehen müssen und was die Unterschiede zwischen diesen Smart Home Standards sind.

Mit der steigenden Verwendung von Smart Home Geräten wie Amazon Echo & Co. im eigenen Zuhause, sehen wir eine Reihe von konkurrierenden Smart Home Standards für drahtlose Netzwerke. Dazu gehören nicht nur das vertraute WLAN und Bluetooth, sondern auch andere wie ZigBee und Z-Wave. Was sind die Unterschiede zwischen diesen Standards und können sie im selben Haushalt oder Büro verwendet werden?


Die Smart Home Standards Zigbee und Z-Wave im Überblick.

Z-Wave

Zusammen mit ZigBee ist Z-Wave heute einer der am weitesten verbreiteten drahtlosen Smart Home Standards. Die Z-Wave Alliance zählt mehr als 1.300 zertifizierte Geräte auf dem Markt und 35 Millionen verkaufte kompatible Geräte. Sowohl Z-Wave als auch ZigBee verwenden symmetrische AES-128-Verschlüsselung, wie sie auch von einigen Online-Banken angeboten wird, um die Kommunikation zu schützen. Die Geräte sind einfach einzurichten und erfordern keine Verkabelung. Große Marken wie Honeywell oder Hersteller wie ADT und Fibaro arbeiten mit Z-Wave.

Fibaro's Smart Home Produkte

Der Z-Wave Standard ist die einzige Technologie auf dem Markt, die Interoperabilität auf Anwendungsebene bietet und die Rückwärtskompatibilität in allen Versionen gewährleistet. Wenn etwas Z-Wave zertifiziert ist, funktioniert es mit jedem anderen Z-Wave Produkt, egal wie alt oder neu das Gerät ist. Allerdings gibt es einen Haken: amerikanische Z-Wave-Geräte können sich nicht mit europäischen Geräten verbinden, da in Amerika über eine andere Funkfrequenz kommuniziert wird. Stellen Sie also immer sicher, für welchen Markt die Hardware hergestellt wurde, um Kommunikationsprobleme zu vermeiden.

Zu Z-Wave Produkten gehören eine Reihe intelligenter Schlösser, Thermostate, Sensoren, Hubs und Beleuchtungen. Da Z-Wave ein niederfrequentes Funkband verwendet, stören die Geräte nicht das WLAN-Netzwerk. Allerdings kann es bei schnurlosen Festnetztelefonen zu Problemen kommen.


Z-Wave ist mit Datenübertragungsraten von bis zu 100 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) jedoch relativ langsam. Im Vergleich dazu kann sein Konkurrent ZigBee bei bestimmten Wellenlängen bis zu 250 kbps erreichen, während die neueste Version von WiFi (die aber auch deutlich mehr Strom verbraucht als ZigBee oder Z-Wave), 1 Gigabit pro Sekunde erreichen kann – 1 Million kbps.

ZigBee

Im Gegensatz zum Z-Wave-Standard ist ZigBee ein offener Smart Home Standard, der auf der Wireless-Data-Spezifikation IEEE 802.15.4 basiert. Zu den Herstellern von ZigBee-Geräten gehören GE Appliances, LG, Logitech, Philips Hue Lights und Samsung. (Einige dieser Hersteller verwenden auch Z-Wave, Bluetooth oder Wi-Fi.) ZigBee wird auch von Comcast und Time Warner Cable in Home-Gateway-Routern und Satellitenempfängern verwendet.

Amazon Echo Plus
Amazon's Echo arbeitet mit dem ZigBee Smart Home Standard. (Quelle: amazon.com)
Amazon's Echo arbeitet mit dem ZigBee Smart Home Standard. (Quelle: amazon.com)

Die Zigbee-Frequenzen liegen in den lizenzfreien ISM-Bändern um 868 MHz, 915 MHz und 2,4 GHz, was einen niedrigen Stromverbrauch ermöglicht, aber die Daten auf 40 kbps oder auf die 2,4-GHz-Frequenz beschränkt, was bis zu 250 kbps zulässt, aber Wi-Fi-Netzwerke stören könnte. Zu den Produkten von ZigBee gehören die intelligente Philips Hue-Glühbirne, die Logitech Harmony Ultimate One, Bewegungsmelder von Bosch und Indesit-Waschmaschinen. ZigBee unterstützt auch batteriebetriebene Geräte, von denen einige bis zu sieben Jahre mit einem Batteriesatz betrieben werden können.

Da die beiden Protokolle unterschiedlich kommunizieren, sind ZigBee- und Z-Wave-Geräte oft inkompatibel. Viele Smart-Home-Hubs wie Lowe’s Iris, Wink’s Hub und Samsung SmartThings unterstützen beide Protokolle, auch wenn dies auf der Verpackung nicht der Fall ist.

Wie oben erwähnt, ist ZigBee etwas schneller als Z-Wave und ist im Allgemeinen billiger für Gerätehersteller zu implementieren. ZigBee hat aktuell Reichweiten von 10 – 75 Meter, während mit Z-Wave 30 -150 Meter erreicht werden können.

Unser Fazit

Aus Verbrauchersicht ist es egal, welchen Smart-Home-Funkstandard man wählt, zumal ZigBee und Z-Wave hinsichtlich Funktionalität und Stromverbrauch praktisch identisch sind. Der Stromverbrauch der Bridge ist jeweils minimal, jedoch müssen sich kompatible Geräte im Standby befinden, um sie z. B. per Smartphone anzusprechen. Je mehr Geräte Sie einbinden, desto mehr Strom wird zwangsläufig verbraucht.


Am besten entscheiden Sie, welche Smart-Home-Geräte Sie verwenden möchten, und sehen dann, wie viele von ihnen auf dem einen oder anderen Standard verfügbar sind. Glücklicherweise sind viele Marken von Smart-Home-Netzwerk-Hubs bereits mit zwei oder mehr dieser Smart Home Standards kompatibel.

Wird es jemals einen generellen Smart Home Standard geben? Das bleibt die große Zukunftsfrage. Experten in der Branche sagen, dass ZigBee und Z-Wave 10 Jahre Zeit hatten, um Allianzen zu bilden und Geräte zu zertifizieren, mit dem Ergebnis, dass Tausende von kompatiblen Geräten zwischen ihnen auf dem Markt sind. Man denkt, dass es noch weitere 10 Jahre dauern wird, bis wir eine Konsolidierung sehen.


Menü
Mit einem Freund teilen