Smart Lighting: 4 Systeme für intelligentes Licht
Was man unter Smart Lighting versteht und mit welchen Vernetzungssystemen Sie Zuhause die Beleuchtung intelligent machen können.

Mit Smart Lighting (dt. intelligente Beleuchtung) können Sie die Atmosphäre in Ihrem Zuhause auf Knopfdruck oder in voreingestellten Profilen ändern. Mit einer Fernbedienung z. B. können Sie mehrere verschiedene drahtlose LED-Leuchten steuern. Dimmen Sie sie, schalten Sie sie an oder aus oder ändern Sie die Lichtfarbe. Unser Hauptfokus in diesem Artikel liegt auf den gängigen cleveren Möglichkeiten für Licht.


Die Technologien im Smart Home im Überblick.

Da uns Licht maßgeblich in unserer Stimmung beeinflusst – siehe auch Human Centric Lighting, sollte hier auf jeden Fall Wert gelegt werden. Bei der Kaufentscheidung spielt vor allem die Art der Steuerung eine wichtige Rolle. Das Problem ist immer das gleiche: Die Signale von den Sensoren (z. B. der Schalter) müssen zu den Akteuren (der Leuchte) gelangen. Lösungen hierfür gibt es unterschiedliche. Folgende Möglichkeiten haben Sie, sich mit Smart Lighting Ihre eigenen vier Wände stimmungsvoll zu beleuchten und zu steuern.

Funklösungen

Hier tummeln sich vor allem Gerätehersteller, die es dem Anwender ermöglichen möchten, schnell und einfach, Geräte wie Jalousien oder Leuchten von weitem zu bedienen. Die einfachste Art, die sich für jeden eignet, ist eine Leuchte, mit beigelegter Fernbedienung, die verschiedene Funktionen anbietet, z. B. Dimmbarkeit, Lichtfarbe u.ä. Ein Beispiel für eine Tischleuchte ist Philips Living Colors. Dabei müssen keine neuen Kabel verlegt werden. Die Fernbedienung ermöglicht es, die Leuchte vom Sofa aus anzusprechen. Nachteil: Es sammeln sich die verschiedenen Fernbedienungen für die ca. 1-8 Leuchten in einem Raum.

Philips Living Colors ist eines der einfachsten Smart Lighting Produkte.
Philips Living Colors ist eines der einfachsten Smart Lighting Produkte.
Philips Living Colors ist eines der einfachsten Smart Lighting Produkte.

Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Funkaktoren zu platzieren, die in eine vorhandene Unterputzdose eingebaut werden. In Verbindung mit einer Schaltzentrale, z. B. einem Smartphone, einem Tablet o.ä. kann dieser Akteur dann angesprochen werden und die Leuchte ein- und ausgeschaltet werden, auch spezielle Programmierungen, wie z. B. Zeitschaltuhren oder das Verbinden mit Bewegungsmeldern sind machbar und per App steuerbar. Hier sind keine Kabelverlegungen nötig.


Es gibt auch batteriebetriebene Wandsender, die dann z. B. neben dem Bett angebracht werden und so eine Schaltung des Lichts vom Bett aus möglich machen. Unternehmen wie Belkin und Logitech bieten auch Zubehör, wie Zwischenstecker, Schalter, Heizkörperthermostate, Fensterkontakte u.ä. an, die dann alle über eine einzige Steuerkomponente und eine App zusammen programmierbar sind. Damit lässt sich zwar nicht alles an Geräten im Haus regeln, aber es ist ein guter Anfang für ein einigermaßen adäquates Budget (je nach Anbieter) und sorgt für ein wenig Smart Home Feeling.

Intelligente Lampenlösung

Hier ist die Lampe, also die Birne der Leuchte per App ansteuerbar. Sie können dann oftmals nicht nur gedimmt werden, sondern auch die Lichtfarbe bestimmen. Da auch hier per App gesteuert wird, sind je nach Anbietersoftware auch komplexere Programmierungen wie Zeitschaltuhrfunktionen möglich. Ein weiteres Beispiel ist hier die Philips Hue Produktserie. Eine Zentrale benötigt man trotzdem, in dem Fall ein Smartphone oder Tablet, welche mit einem Heimnetzwerk verbunden sein müssen.

Philips Hue Smart Lighting in Aktion
Die drahtlose intelligente Lichtlösung von Philips erfreut sich vieler Kunden.
Die drahtlose intelligente Lichtlösung von Philips erfreut sich vieler Kunden.

Zu beachten ist, dass dann meist nur Leuchten in Standardfassungen wie E27 oder E14 ggf. noch GU10 per App steuerbar sind, von denen der Leuchtmittelhersteller Lampen mit integrierter WLAN Schnittstelle und Steuerungselektronik anbietet. Leuchten mit integrierten festverbauten LEDs z. B. sind meist nicht mit derselben App steuerbar. Wenn diese ebenfalls eine Steuerungselektronik und WLAN haben, sind diese über eine andere Software steuerbar. Es kann also passieren, dass man die Leuchten unterschiedlicher Hersteller nicht mit nur einer Software steuern kann. Trotzdem eine günstige Alternative für alle die z.B. lediglich eine Leuchte pro Raum steuern möchten.

Buslösung

Die Buslösung ist vor allem für Bauherren und Komplettsanierer interessant. Hier wird ein Kabel im Haus installiert (z. B. KNX- oder EIB-Kabelnetz), welches für die Kommunikation der verschiedenen elektronischen und elektrischen Geräte sorgt, z. B. Leuchten, Rauchmelder, Alarmanlage, Jalousien, Heizung, Waschmaschine usw. Es bietet sich genau dann an, wenn es um komplexere Programmierungen geht, nicht nur allein um eine Lichtsteuerung.

Touchscreens im Smart Home
Der Gira Control 9 KNX ist ein zentrales Bediengerät für eine KNX Installation in einem Gebäude. (Quelle: gira.de)
Der Gira Control 9 KNX ist ein zentrales Bediengerät für eine KNX Installation in einem Gebäude. (Quelle: gira.de)

Sehr vorteilhaft: es kann im Prinzip alles integriert werden, was eine Steuerungselektronik für eine Buslösung hat. Jeder Busteilnehmer (das können problemlos mehrere pro Raum sein), hat seine eigene „Intelligenz“, die auch miteinander oder in Abhängigkeit von einander agieren können. Das bedeutet auch, dass beim Ausfall eines Teilnehmers das komplette verbleibende System noch betriebsfähig bleibt.

Situationen wie in unserem Beispiel oben: die Schließung der Haustüre schaltet bestimmte vorher programmierte Systeme ab und aktiviert z. B. zeitgleich die Home-Überwachungskamera sind dann kein Problem mehr. Meist wird pro Stockwerk ein Touchdisplay an zentraler Stelle installiert. Über WLAN, LAN-Netzwerk am PC oder per auch Smartphone können dann die gewünschten Aktionen geplant und aktiviert werden. Auch diverse Lichtszenen für das Smart Lighting System sind dann leicht programmierbar. Einziges Manko: eine Businstallation ist in der Anschaffung teurer.


Strombasierte Lösungen

Der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass es auch Stromnetzlösungen gibt, wie z. B. das Powernet 230V 50Hz. Dabei erfolgt die Steuerung z. B. von Leuchten direkt über das Stromnetz. Es können damit einfache Schaltvorgänge automatisiert und ferngesteuert werden. Die Schalter oder Steuerelemente werden hier dann entweder fest installiert oder in Steckdosen gesteckt und kommunizieren untereinander über 120-kHz Signale. Zur Erhöhung der Schaltsicherheit, und um Störungen durch Phasenanschnitt (Dimmer) zu entgehen, werden diese nur zu den Nulldurchgängen der Wechselspannung gesendet. Dabei kann man die vielen Funksignale von den oben genannten Funklösungen umgehen. Da es jedoch nach unseren Recherchen in Europa immer weniger zum Einsatz kommt, ist es hier nicht noch näher erklärt.

Man sieht es hat sich in den Jahren viel in Sachen Smart Home und Smart Lighting getan und wir sind noch lange nicht am Ende der Fahnenstange. Sicher ist, jeder kann sich je nach Wunsch seine Wohnung mit Smart Light aufpeppen. Wer mehr Budget hat, kann mit weiterer Hardware auch mehr als nur das Licht steuern.


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